Die Wolfsfrau

Ein weiteres Bild aus meiner Bilderserie, die von dem Buch „Die Wolfsfrau” von Clarissa Pinkola Estés inspiriert wurde.

gezeichnet von Malena Glück

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Schneeflöckchen, Weißröckchen – Lisi Dorn

Rufen und Singen wir den Winter wach und herbei. Rufen und Singen wir den Schnee herbei. Bald schon ist Winterbeginn und wir sehnen uns schon so nach der Ruhe und dem Frieden, der mit ihm kommen wird. Wir sehnen uns schon nach den Schneeflocken unter denen wir geschützt und geborgen auf den nächsten Frühling warten können. Wir freuen uns schon auf die ersten Zeichen des Winterbeginns, die ersten Zeichen der Hoffnung auf Erholung und Regeneration. Bald schon wendet sich alles hin zum Leben. Noch halten wir die Spannung aus. Noch ist alles hektisch und mühsam. Noch muss alles mögliche zum Abschluss gebracht werden. Noch muss alles mögliche ein Ende finden. Noch muss einiges vorbereitet werden. Aber bald schon kommt die notwendige Ruhepause. Bald schon kommt der Winter und der Schnee. Lasst uns gemeinsam singen und rufen. Damit die Göttin ihr wunderbares weißes Kleid über uns breitet.

Der Räuber

Ein weiteres Bild aus meiner Bilderserie, die von dem Buch „Die Wolfsfrau” von Clarissa Pinkola Estés inspiriert wurde.

gezeichnet von Malena Glück

Tag-&Nachtgleiche 2018

Ich lese mal wieder das Buch „Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estés und in diesem Sinne gestaltete sich auch für mich die Tag- und Nachtgleiche. Es war ein Fest der wilden Wolfsmutter und ein Fest der Skelettfrau.

Seit Tagen miste ich mal wieder aus. Alles was nicht mehr gebraucht wird findet bei anderen, die es wollen und brauchen einen neuen Platz. Irgendwie war es ein Revue passieren lassen meines gesamten, vergangenen Lebens. Mit dem Schluss, dass dieser Teil abgeschlossen und beendet ist und jetzt etwas völlig neues startet.

Die wilde Wolfsnatur in mir hat sich verabschiedet von der immerzu netten und höflichen, verängstigten – „guten“ Mutter in mir. Die Vorstellung der guten Mutter zu der ich mich selbst zwang zu werden, die aber gar nichts mit der Großen Mutter zu tun hatte sondern ein Ideal war das ich nie erreichen konnte. Etwas das also dem eigenen Räuber in mir half mich selbst klein zu halten. Und so rief ich den Wolf in mir, die wilde Frau wach und bat um Hilfe bei der wilden Wolfsmutter. Die Hilfe gegen meinen eigenen inneren Räuber.

Es ist eine so kreative Zeit für mich und die Bilder aus dem Buch sind für mich großartige Wegweiser und Inspirationen. Jetzt trommelt die Skelettfrau auf meinem Herzen einen neuen Rhythmus wach. Und ich folge wieder dem Leben-Tod-Leben-Zyklus. Die Rune, die mich zurzeit begleitet ist Ehwaz (Instinkt und Triebkräfte), was würde besser zur wilden Instinktnatur passen. Gerade jetzt geht es um den Ausgleich beider Seelenanteile in einem selbst, dass man die eigene Mitte findet – und ich war einfach viel zu lange nur „brav“ und „gut“ und „nett“. So rief ich die dunkle Mutter, die wilde Frau und bat sie mich zu lehren wieder ganz ich selbst zu sein. Ich bat sie mir die Tode zu schenken, die ich brauche. Ich bat sie um das Feuer. Jetzt gilt es zu arbeiten und es sich zu verdienen.

Ich bin dankbar für dieses Buch und dankbar für die Inspiration und Kraft, die ich daraus schöpfen kann.

Die Tag- und Nachtgleiche war ein Fest der Fülle und des Teilens. Ein Fest des Loslassens auch alter Freunde. Ein Fest des Erkennens und sterben lassen, dessen was sterben muss. Ich habe so viel angehäuft, die letzten Jahre und so viel Energie wurde materialisiert gebunden, dass sich nichts mehr bewegt hat und alles immer starrer wurde. Die gesammelte Energie habe ich nun wieder freigesetzt und es fühlt sich alles schon wieder viel leichter und freier an. Der Herbst kann jetzt kommen.

Wir müssen nur wollen?

Es gibt in spirituellen Kreisen oft die Vorstellung: „Wenn man es nur wirklich will dann geht alles. Und umgekehrt natürlich wenn man es nicht genügend will bzw. einfach nicht wirklich will dann geht es eben nicht. Natürlich meinen die meisten nicht nur wollen sondern auch tun aber prinzipiell ist alles möglich.“ Ich bin mir da nicht so sicher. Und ich denke das lässt sich unter gewissen Voraussetzungen leicht sagen. Weil Lebensumstände sich nicht wirklich vergleichen lassen und auch das innerste bzw. wesentlichste von einem Menschen nicht leicht vergleichbar ist – mag es für den einen vielleicht tatsächlich so einfach/schwierig aber möglich sein und für einen anderen eben nicht. Und demjenigen, welchem es nun gelingt, der kann dann leicht sagen es ist allen möglich – ihm ist es ja gelungen.

Da ich aber nicht zu dieser Sorte Mensch zähle und ich mir auch nicht das nötige Willensvermögen unterschlagen will bzw. mir das Selbstbild eines disziplinlosen, faulen und orientierungslosen Menschen nicht zusagt – tendiere ich sehr dazu zu glauben: dass es Dinge im Leben gibt, die man zwar gerne will aber die einfach nicht sein sollen. Das es Dinge gibt im Leben, die so sind wie sie sind und von mir persönlich durch nichts geändert werden können (heißt nicht das nicht durch glückliche Fügung etwas geändert werden kann) aber jetzt in diesem Moment habe ich selbst keinerlei Einfluss auf das Geschehen und kann nur abwarten – selbst wenn ich es wirklich anders haben wollen würde. Und wahrscheinlich wird sich an diesem Zustand auch nichts ändern. Mir sind bestimmte Grenzen im Leben gegeben und an denen lässt es sich nicht rütteln. Auch wenn vieles machbar ist alles ist es nicht und auch das viele ist nicht für jeden und in jeder Situation machbar. Nur weil etwas für einen Menschen machbar war, ist es für einen anderen noch nicht. Nur weil ein anderer es gemacht hat heißt es nicht das ich es auch kann – weil wir zwei ganz eigene Individuen sind – und ich denke nicht das es dann deswegen ist, weil es der eine mehr wollte als der andere oder mehr als ich. Es gibt Dinge, die sind wie sie sind. Wir müssen vielleicht lernen die Bewertungen aufzugeben.

Aber es bleibt das Wünschen da, das Wünschen und mehr ist das Wollen wohl nicht. Etwas das man anstrebt ob man es erreicht oder nicht. Vielleicht stecken wir uns zu hohe Ziele? Vielleicht dürfen wir auch einfach nicht über das enttäuscht sein, wenn wir es nicht erreichen können. Man kann auch an seinem Willen zerbrechen, wenn er stets unerfüllt bleibt. Etwas das in der Leere schwebt und dich klein macht, weil du noch nicht oder nie das angestrebte erreichst.

Vielleicht stimmt es aber doch und wir wissen nicht was wir wollen – oder wollen nur mehr was uns vorgegaukelt wird. Gewisse Idealbilder, die nichts mit uns zu tun haben und die uns nicht ausmachen. Deren Unerfülltheit aber an uns nagt und uns zerreißt im Bestreben jemand anderes zu sein als man ist. Am Leben scheitern, weil man vergessen hat was Leben für einen selbst heißt und man sich nach Maßstäben definieren muss, die nicht die eigenen sind. Es ist leicht zu sagen du musst wollen –  aber ich will ja – ich bin nur für das was ich will blind. Und heißt es nicht: Hüte dich vor deinen Wünschen, denn sie könnten in Erfüllung gehen? Das was ich will muss nicht immer unbedingt wirklich gut für mich sein oder sich dann so verwirklichen wie ich es wollte. Vielleicht werde ich auch anders sein wenn ich habe was ich will und das was ich wollte, und jetzt habe, gar nicht mehr wollen bzw. mir wünschen es nie gewollt zu haben.

Wäre es wirklich besser zu bekommen was man sich wünscht, was man wirklich innerlich will? Und wäre es dann noch das was man will oder liegt dahinter etwas anderes verborgen das man eigentlich gewollt hätte?

Dort wo es keine richtige Antwort gibt bleibt nur mehr der Glaube. Und Glaube ist einfach nur das Vertrauen auf etwas Höheres, Sinnvolles und Sinngebendes. Und an Tagen wie diesen will ich darauf vertrauen, dass Sie wissen was Sie tun und Sie mir beistehen wenn ich es nicht weiß.

Bitte Göttin und Gott führt mich auf meinem Weg. Schenkt mir die Kraft Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Schenkt mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Schenkt mir die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden. Danke.